Gesetze, Normen, Förderungen

Energiesteuer: Vergünstigungen und Entlastungen

Die Erhöhung der Stromsteuer begann 1999 mit dem Stromsteuergesetz: Der Staat baute das Steuerrecht um, mit dem Ziel, den Umweltschutz zu fördern. Um den Verbrauch in ökologische, nachhaltigere Bahnen zu lenken, erhöhte der Staat die schon bestehenden Steuern auf Strom und andere Energien mehrfach.

  • Nach dem Stromsteuergesetz (StromStG) liegt die Stromsteuer seit 2003 bei 2,05 Cent pro Kilowattstunde.
  • Das Energiesteuergesetz regelt die Besteuerung aller anderen Energieträger:
    • Fossile Energieträger (Mineralöle, Erdgas, Flüssiggas und Kohle),
    • Nachwachsende Energieformen wie Pflanzenöle, Biodiesel, Bioethanol sowie synthetische Kohlenwasserstoffe aus Biomasse als Heiz- oder Kraftstoff.

Erfahren Sie welche weiteren Vorteile die Energieberatung im Mittelstand bietet.

Produzierendes Gewerbe kann die Steuerabgaben senken

Gewerbliche Unternehmen sind oft auf energieintensive Produktionsverfahren angewiesen. Ist der Energiepreis hoch, erleiden sie Wettbewerbsnachteile gegenüber Ländern mit niedrigen Energiekosten. Es gibt aber mehrere Möglichkeiten, sich einen Teil der Steuern zurückerstatten zu lassen. Wie unsere Beispielrechnung zeigt, lohnt es sich, hier genauer hinzuschauen.

Beispielrechnung

Das Basispaket: Antrag beim Hauptzollamt

Jedes Unternehmen des produzierenden Gewerbes kann beim Hauptzollamt einen Antrag auf Erstattung der Strom- und Energiesteuer stellen. Das bringt eine Entlastung in Höhe von 5,13 Euro je Megawattstunde Strom und von 1,38 Euro je Megawattstunde Erdgas. In unserer Beispielrechnung (linke Spalte) erhält ein Unternehmen eine Rückerstattung über 46.805,09 Euro Strom- und Energiesteuer.

Mehr Steuerentlastung dank Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (SpaEfV)

Energieintensive Produzenten können noch mehr profitieren. Allerdings unter einer Voraussetzung: Die Unternehmen müssen nachweisen, dass sie ein Energiemanagementsystem oder ein anderes System zur Verbesserung der Energieeffizienz nutzen – oder dass sie zumindest damit begonnen haben. Ist diese Bedingung erfüllt, werden ihnen deutlich mehr Steuern entlassen: 15,37 Euro pro Megawattstunde Strom und 2,28 Euro pro Megawattstunde Gas.

An Voraussetzungen gebunden

Unser Beispiel-Unternehmen entsteht pro Jahr eine Entlastungsbetrag in Höhe von 123.279,29 Euro Strom- und Energiesteuer. Abzüglich der 30.835,70€ AG Anteils an den Rentenversicherungsbeiträgen und der Sockelbeträge ergibt sich der Erstattungsbetrag in Höhe von 81.604,23 €. Diese enorme Erleichterung ist aber nur möglich, weil das Unternehmen wenige Mitarbeiter beschäftigt – denn die zwei zuständigen Kassen hängen zusammen.

Automobilzulieferer

 

Viele Wege führen zur Entlastung von Energiekosten

Großverbraucher können sich über noch mehr Entlastungen freuen. Denn wer viel Energie braucht, steht bei hohen Strom- und Gaskosten im internationalen Wettbewerb schlecht da. Dies berücksichtigt der Staat und räumt Erstattungen ein.

In unserer Beispielrechnung hat ein Automobilzulieferer pro Jahr 992.895 Euro Energiekosten. Davon kann er – über verschiedene Wege – bis zu 288.308 Euro sparen. Zum Beispiel wird der Automobilzulieferer von der Kraft-Wärme-Kopplungs-Umlage befreit, wenn der Verbrauch pro Jahr über 100 Megawattstunden liegt. Das spart 1.715 Euro. Mit am meisten lässt sich bei einer Reduzierung der Erneuerbare-Energien-Umlage sparen: In unserem Beispiel sind es fast 190.000 Euro. Dies ist für besonders energieintensive Unternehmen mit hohem Energieverbrauch möglich. Wir schauen uns Ihre Situation im Detail an.

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